Mediand oder Mediant? Der große kleine Unterschied.

Bei der Entscheidung, wie die an der Mediation beteiligten Konfliktparteien bezeichnet werden, handelt es sich entgegen der ersten Vermutung weder um einen Schreibfehler im Titel dieses Beitrags noch um Buchstabenklauberei. Es geht vielmehr um eine Anschauungsfrage. Ein kleiner grammatikalischer Ausflug mit Hintergrund.

Mediand

Die nd-Endung ist in diesem Fall Kennzeichen für das Gerundivum bzw. Gerundiv. Hierbei handelt es sich um ein von einem Verb abgeleitetes Adjektiv mit passivischer Bedeutung. Es beschreibt jemanden, mit dem etwas geschehen soll, z.B. Doktorand und Konfirmand.

Mediant

Im Gegensatz zur angedeuteten passiven Haltung des Mediands beschreibt die auf -nt lautende Form des Partizips jemanden, der aktiv ist, z.B. Demonstrant oder Fabrikant.

Was ist nun vorzugswürdig?

In Veröffentlichungen zur Mediation halten sich die D’s und T’s die Waage. Es gibt hierbei kein Richtig und kein Falsch. Ganz persönlich bevorzugt die Verfasserin die Anschauung hinter der nt-Endung. Bereits im ersten Blogeintrag fiel das Stichwort „Eigenverantwortlichkeit“. Es wird von Medianten erwartet, dass sie ihren Konflikt selbst und zwar aktiv lösen.

Ein aktiver Prozess der Selbstverwirklichung. Aktiv wird immerhin auch nicht mit einem D geschrieben.

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